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Interview mit Maja Franklin
Cora News

Interview mit Maja Franklin / Maren Frank

Die weite Welt des WWW machts möglich: Da stöbert man ganz unschuldig bei Tauschticket und bekommt eine Email wegen einem Tauschgesuch. Man ist sich sympathisch, tauscht und schreibt fröhlich hin und her. Das Ende vom Lied ist, daß das nette Mädchen am anderen Ende der Leitung eine Autorin ist, die gerade ihren ersten Roman beim Cora-Verlag platzieren konnte.

Grund genug für mich, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und der Autorin Maja Franklin ein Interview abzunötigen und gleich mal ihren ersten Roman "Bei dir fand ich das Paradies" zu lesen - und eine Rezi zu tippen...

Auch wenn Maja Franklin noch nicht zu den Star-Autorinnen gehört, so möchte ich auch auf diesem Weg auf den deutschen Nachwuchs aufmerksam machen. Gutes muss nicht immer über den "Großen Teich" schwappen und hinter so manch wohlklingendem Autorenpseudonym verbirgt sich eine talentierte deutsche Autorin....

Majas erster Roman "Bei dir fand ich das Paradies" erschien am 18.8.2009 in der Edition "Romana":

Klappentext:

Die Malediven: Einsame Strände, Palmen, die sich sanft im Wind wiegen, und das türkisblaue Wasser des Indischen Ozeans – die junge Journalistin Ashley kann ihr Glück kaum fassen, als sie für eine Enthüllungsstory auf die Trauminsel geschickt wird. Doch sobald sie dem Mann gegenübersteht, den sie ausspionieren soll, kommt alles ganz anders: Der Meeresbiologe Joshua Thompson weckt so starke Gefühle in ihr, dass der Job zur Nebensache wird. Vor der paradiesischen Kulisse genießt Ashley ihre Liebe – aber was wird sein, wenn Joshua eines Tages ihre wahre Identität entdeckt?

Meine Rezi:

Leider täuscht der Klappentext leicht über den Inhalt hinweg. Ich dachte, daß es sich bei der Heldin Ashley um eine knallharte und äußerst erfahrene Journalistin handelt, die ihre wahre Identität verschleiert um die Bekanntschaft Joshua´s zu suchen und auf diesem Weg versucht, das gewünschte Interview zu erhalten. Um so erstaunter war ich, als sich Ashley als 23-jährige "Jungjournalistin" entpuppt, die bei ihrem Vorhaben nicht wirklich viel Raffinesse an den Tag legt. Sie lernt Josuha kennen, als sie bei einer Stipvisite am Strand prompt in einen Seeigel steigt und hilflos liegen bleibt. Joshua findet sie und befreit sie aus ihrer mieslichen Lage. Anfangs erkennt Ashley ihn nicht, denn aus dem vormals gefeierten Forscher und sehr attraktiven Mann ist ein bärtiger, brummeliger Einsiedler geworden. Als sie jedoch hinter seine Tarnung kommt, platzt sie prompt damit heraus, daß sie Journalistin ist und ihn gern interviewen möchte. Damit verscherzt sie sich natürlich erstmal sämtliche Sympathien und sie muss ihren ganzen Charme in die Waagschale werfen, um das Herz Joshuas zu gewinnen. Angereichert wird die Story noch mit einem leichten "Suspense-Plot", denn die malerische Unterwasserwelt der Malediven wird durch eine Schmugglerbande bedroht, welche die Korallenriffe plündern und gestohlene Fische ins Ausland verkaufen.

Besonders gelückt fand ich den Helden Joshua - was daran liegen könnte, daß ich einfach ein Faible für brummelige introvertierte Helden habe. Strahlende Supadupa-Helden hat die Bücherwelt genug, umso wohltuender ist da ein Held, bei dem die Heldin nicht sofort atemlos darniedersinkt. Joshuas Qualitäten kommen erst nach und nach zu tage. Anfangs ist er äußerst ruppig und lehnt Ashley alleine aufgrund ihres Berufs ab. Lange kann er dem Charme der Heroine jedoch nicht widerstehen und als er sie immer und immer wieder aus diversen Nöten errettet und dabei eine ziemliche Geduld an den Tag legt, konnte er mein Leserherz endgültig für sich gewinnen....

Ashley als Heroine hatte es da deutlich schwerer: Mag sein, daß ich einfach schon zu lange und zuviele Liebesromane in meinem Leben gelesen habe; aber ich habe nicht wirklich viel Geduld mit naiven Heroinen die mit großem Geschick von einer Katastrophe in die nächste stolpern. Glücklicherweise ist Ashley zwar grenzenlos naiv - aber ihr fehlen Gott sei Dank die überdrehten Champagner-Allüren so manch anderer Heldin. Ashley hat ein großes und gutes Herz und ist eine zutiefst ehrliche und gutmütige Haut, dabei kann ich ihr als Leserin sogar die ein oder andere Dummheit verzeihen.

Für meinen Geschmack war die Storyline - für die Kürze der Geschichte (154 Seiten) zu vollgestopft und hätte locker gereicht, um einen 300 Seiten-Schmöker zu füllen. Dann hätte die emotionale Entwicklung Joshuas vom Einsiedlerkrebs zurück zum erfolgreichen, lebensbejahenden Forscher genug Raum bekommen. So ging das alles viel zu schnell - leider; ich hätte mir hier wirklich mehr Raum und Seiten gewünscht.

Auch dem Nebenplot mit der Schmugglerbande hätte man deutlich mehr Seiten vergönnen können. So wurde dieser Handlungsstrang zu schnell und zu einfach gelöst. Wobei dies wirklich am Format der Cora-Romane liegt und nicht an der Schreibe der Autorin.

Der Schreibstil Maja Franklins ist leicht und locker wegzulesen und die Fülle an Ideen lässt die Seiten förmlich dahinfliegen. Für meinen Geschmack hätte der Schreibstil jedoch etwas lebendiger und dialoglastiger sein können. Dieses Manko fällt jedoch fast nicht auf!

Für mich ein wirklich gelungener Erstlingsroman einer deutschen Nachwuchsautorin, deren Namen man sich merken sollte!!!

Interview:


Hallo Maja, du hast nun deinen 1. Roman bei Cora veröffentlicht: "Bei dir fand ich das Paradies" in der Edition "Romana". Wie fühlt sich das an, als Autorin bei einem so großen Verlag in die Autorenriege aufgenommen worden zu sein????

Es ist unglaublich und überwältigend. Als ich die Zusage bekam, war das ein traumhafter Moment. Und hat sich irgendwie auch so ein wenig unwirklich angefühlt, dass ich es wirklich geschafft habe. So richtig bewusst ist mir das in seinem ganzen Ausmaß erst geworden, als ich dann am 18. August in den Bahnhofsbuchladen bin und meinen Roman dort sehen konnte. Ebenso im Edeka. Und weiß, der liegt jetzt nicht nur in zwei, drei Läden, sondern überall in Deutschland und anderen Ländern in Läden, die CORAs im Programm haben.

Erzähl doch ein bischen über dich. Wie alt bist du und wo lebst du? Was sind deine Hobbys und was machst du - neben dem Schreiben - noch so den ganzen Tag?

Ich bin 31 Jahre alt und lebe mitten im Ruhrpott. Das Schreiben hat für mich eine enorm große Bedeutung, ich genieße es und brauche es. Genauso das Lesen. Ich verschlinge Bücher geradezu, meist sind es 15 - 20 pro Monat, mitunter auch mehr. Außerdem zeichne ich gerne und liebe es, zu backen. Besonders Kuchen und Torten, die ich dann fantasievoll verzieren kann. Der Nachbarstochter und Freundinnen von ihr gebe ich Nachhilfe in Deutsch und Mathe, was mir auch viel Spaß macht. Die Mädchen sind 13 - 14 Jahre alt und haben gerade ihre Begeisterung für Liebesromane entdeckt. So wird dann auch viel über Bücher geredet.

Wie bist du zum Schreiben gekommen???

Geschichten haben mich schon seit jeher fasziniert, ich hab mir als Kind schon immer welche ausgedacht, die oft dann nachgespielt mit Playmobilfiguren und My little Pony. Und dann auch geschrieben. Anfangs immer nur Pferdegeschichten, erst mit 14 entdeckte ich die Liebesromane für mich. Wobei ich dann neben Liebesgeschichten erstmal wild sämtliche Genre durchprobierte, Fantasy, SF, Texte, die sich gar nicht einordnen ließen, usw. Als ich dann vor vier Jahren Internet bekam, entdeckte ich Autorenforen - und damit erschloss sich mir eine ganz neue Welt. Ich hatte bis dahin weder Gleichgesinnte, noch wusste ich was von Schreibregeln. Den Austausch mit anderen Autoren genieße ich auch heute noch.

Was liest du privat? Nur Liebesromane oder was tummelt sich sonst noch in deinem Bücherregal??

Das meiste sind Liebesromane und die lese ich auch am liebsten. Aber ich lese auch gerne andere Genre, wenn mir ein Buch interessant erscheint, lese ich es, egal, ob es nun ein Liebesroman, Thriller, Jugendbuch, Fantasy oder SF ist.

Was sind deine privaten Lieblingsautorinnen/Lieblingsautoren??

Oh, das sind viele: Marion Zimmer Bradley, Diana Gabaldon, Kerrelyn Sparks, Elfie Donnelly, John Irving, Bertrice Small, Jane Feather, Olivia Gates, Michelle Celmer, Marion Lennox, Ken Follett, Tess Gerritsen ...

Wie bist du auf die Idee zum Plot "Bei dir fand ich das Paradies" gekommen?

Ich hatte zuerst die Figur des Helden im Kopf und seine Geschichte. Da formte sich aber auch schon die Heldin und als ich anfing, die Ideen zu notieren, war da auch gleich die ganze Geschichte. Vieles hat sich dann allerdings in Einzelheiten erst beim Schreiben entwickelt. Wie z. B. Sally; ihre Rolle war ursprünglich weit kleiner, aber sie hat dann eine eigene Persönlichkeit bekommen.

Gibt es für die Heroine und den Hero Ashley und Joshua lebende Vorbilder??

Beide entspringen meiner Fantasie. Auch wenn sie natürlich Elemente haben, die mir bekannt und/oder vertraut sind. Ich konnte Ashleys Leidenschaft fürs Schreiben und ihren Spaß, mit Worten umzugehen sehr gut nachvollziehen. Bei beiden kommt zu meiner Fantasie dann dazu, was ich höre, sehe. Das Tauchen hatte ich mir von einem erfahrenen Taucher beschreiben lassen und versucht, es dann so nachzuempfinden, dass es glaubwürdig rüberkommt. Es fließen also mehrere Elemente ein.

Wie entwickelst du einen Roman?? Woher kommen die Ideen??

Die Ideen sind einfach da; ich kann das nicht beeinflussen. Und dann fange ich an, zu planen, schreibe den Plot auf, entwickle die Figuren.

Ist mit weiteren Veröffentlichungen bei Cora oder auch anderen Verlagen zu rechnen???

Das wird sich zeigen. Jedenfalls schreibe ich sehr fleißig weiter.

Welchen Tip würdest du jungen Autorinnen geben, die sich selbst einmal an einer Veröffentlichung versuchen wollen?? Was sollte man tun, um beim Verlag angenommen zu werden und wovon sollte man besser die Finger lassen??

Ich würde zuerst einmal empfehlen, sich Feedback für die eigenen Texte zu holen, um zu prüfen, wie sie bei Lesern ankommen. Und das Genre, in dem man schreiben möchte, sehr gut zu kennen. Die Finger lassen sollte man von allem, was sich nicht gut anfühlt. Wenn man einen Text schreibt, mit dem man sich nicht wohlfühlt, dann ist das keine gute Grundlage.

Der Roman "Bei dir fand ich das Paradies" spielt auf den Malediven. Beim lesen fällt auf, daß du viele Details über die Meeresbiologie (z.B. lateinische Namen der Tierwelt) hast einfließen lassen. Wie hast du recherchiert? Warst du selbst schon einmal auf den Malediven??

Ich war noch nie auf den Malediven und da ich Flugangst habe, konnte ich auch nicht mal eben zum Recherchieren hinfliegen (das nötige Kleingeld hätte dafür außerdem auch gefehlt ;-) ). Aber das Internet bot mir schon mal eine sehr große Hilfe, eine noch weit größere war eine liebe Freundin, die schon auf den Malediven gewesen war und mir vom Schnorcheln, zehenhungrigen Haien, usw. erzählte. Dann bin ich zusätzlich über sämtliche Seiten, die ich über Meeresbiologie finden konnte, habe mir Bücher zu dem Thema besorgt. Experten zu fragen half außerdem.

 

Nachtrag.... Inzwischen hat Maja schon wieder ein Buch rausgebracht - diesmal unter ihrem Pseudonym "Maren Frank":


Klappentext:

Wie ein Blitz trifft es die junge Archäologiestudentin Nathalie als sie auf einer Party die schöne Eileen kennenlernt. Zwar ist die Begegnung kurz doch geht die attraktive Frau mit den smaragdgrünen Augen Nathalie nicht mehr aus dem Kopf. Und nicht nur die Liebe bereitet Nathalie Sorgen. Nachdem sie ihren Job verloren hat, braucht sie schleunigst einen neuen. Tatsächlich ergibt sich schon bald etwas doch Nathalie ahnt nicht was dabei alles auf sie zukommt

Rezi folgt später: